Was kostet ein Chatbot für Handwerker? Preise 2026 im Überblick
Wer für seinen Betrieb nach einem Chatbot sucht, findet Preise von null Euro bis in den fünfstelligen Bereich. Das liegt nicht an Willkür der Anbieter, sondern daran, dass unter dem Wort „Chatbot“ drei sehr verschiedene Produkte verkauft werden. Hier ist die Übersicht mit ehrlichen Spannen – einschließlich unserer eigenen Preise, damit Sie vergleichen können.
Drei Preisklassen – und was dahintersteckt
Baukasten-Widgets: 0 bis 50 € im Monat
Viele Website-Baukästen und Chat-Dienste bieten ein Widget an, das Sie selbst einrichten: Fragen und Antworten hinterlegen, Texte pflegen, Ergebnisse kontrollieren. Die laufenden Kosten sind niedrig, dafür liegt die Arbeit bei Ihnen. Wer die Antworten nicht pflegt, hat am Ende ein Fenster auf der Website, das Standardsätze ausgibt und Kunden verärgert. Für Betriebe mit Zeit und Freude am Selbermachen ist das eine legitime Option – für alle anderen wird das billigste Angebot schnell das teuerste, gerechnet in Abenden.
Telefon-KI-Assistenten: etwa 49 bis 150 € im Monat
Diese Anbieter nehmen Anrufe an, erfassen das Anliegen und schicken Ihnen eine Zusammenfassung. Laut den Anbieter-Websites (Stand: Juli 2026) beginnt Agentino bei 49 € im Monat für 50 Gesprächsminuten, größere Pakete liegen bei 99 bis 199 €. Bei fonio.ai starten die Tarife bei 99 € im Monat. Üblich sind Minutenkontingente – wer mehr telefoniert, zahlt pro Minute nach. Die Stärke dieser Systeme ist das Telefon. Website-Anfragen, Terminbuchung oder Bewertungen decken sie nicht ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung: Agentino im Vergleich und die fonio.ai-Alternative.
Agentur-Individuallösungen: vierstellig aufwärts
Individuell programmierte Assistenten mit Anbindung an Warenwirtschaft oder Branchensoftware kosten in der Einrichtung meist mehrere tausend Euro, dazu kommt laufende Betreuung. Das lohnt sich bei Sonderanforderungen – etwa wenn der Assistent live in Ihre Auftragsverwaltung schreiben soll. Für den typischen Handwerksbetrieb, der Anfragen zuverlässig einsammeln will, ist das überdimensioniert.
Zur Einordnung: unsere Digitale Rezeption
Damit Sie uns in dieselbe Tabelle einsortieren können: Der Empfang, der Kundenfragen auf Ihrer Website rund um die Uhr beantwortet und Anfragen strukturiert aufnimmt, kostet einmalig 990 € Einrichtung und 39 € im Monat, monatlich kündbar. Der Betriebsassistent mit größerem Umfang liegt bei 1.990 € Einrichtung und 89 € im Monat. Alle Preise netto. Ein Telefon-Bot ist das nicht – der Empfang arbeitet im Chat auf Ihrer eigenen Website. Die Einrichtung und das Training auf Ihren Betrieb übernehme ich; Sie pflegen nichts selbst. Was genau enthalten ist, steht auf der Seite Lösungen fürs Handwerk, eine Gegenüberstellung mit den Alternativen finden Sie im Chatbot-Vergleich.
Worauf es bei den Kosten ankommt
Der Monatspreis allein sagt wenig. Vier Fragen entscheiden, was Sie am Ende zahlen und bekommen:
Einrichtung oder laufende Kosten? Ein niedriger Monatspreis mit hohem Eigenaufwand kann teurer sein als eine einmalige Einrichtung mit kleiner Monatsrate. Rechnen Sie die Gesamtkosten für das erste Jahr – und Ihre eigene Zeit ehrlich mit.
Wer pflegt die Inhalte? Preise ändern sich, Leistungen kommen dazu, die Urlaubszeit steht an. Klären Sie vor dem Abschluss, ob Anpassungen im Preis enthalten sind oder extra kosten – und ob Sie sie selbst vornehmen müssen.
Wie lange sind Sie gebunden? Zwölf oder 24 Monate Laufzeit sind bei manchen Anbietern üblich. Monatlich kündbare Verträge zwingen den Anbieter, dauerhaft zu liefern.
Wo landen die Anfragen? Das ist die wichtigste Frage. Ein Chatbot, der freundlich plaudert, aber Name, Anliegen und Rückrufnummer nirgends strukturiert ablegt, kostet Geld, ohne Aufträge zu bringen. Fragen Sie konkret: Bekomme ich jede Anfrage sofort aufs Handy, mit allen Kontaktdaten?
Rechenbeispiel: Wann rechnen sich 39 € im Monat?
Ein Rechenbeispiel mit offen genannten Annahmen – Ihre Zahlen können abweichen. Angenommen, ein durchschnittlicher Auftrag bringt 800 € netto Umsatz, und nach Material und Lohn bleiben davon 25 %, also 200 €. Die laufenden Kosten des Empfangs betragen 468 € im Jahr.
Dann decken bereits zwei bis drei zusätzliche Aufträge pro Jahr die laufenden Kosten. Rechnet man die Einrichtung von 990 € ins erste Jahr ein, sind es rund sieben Aufträge im ersten Jahr, danach wieder zwei bis drei. Zusätzlich heißt dabei: Anfragen, die sonst verloren gegangen wären – abends, am Wochenende, während Sie auf der Baustelle stehen. Warum solche Anfragen im Alltag tatsächlich verloren gehen, zeigt der Artikel Warum Handwerker täglich Anfragen verlieren.
Genauso ehrlich gehört dazu: Ein Empfang fängt nur ein, was auf Ihrer Website ankommt. Hat die Seite kaum Besucher, lösen Sie zuerst dieses Problem – ein Chatbot auf einer unsichtbaren Website bleibt eine unsichtbare Investition.
Das Fazit
Vergleichen Sie nicht Monatspreise, sondern Gesamtkosten im ersten Jahr plus Ihren eigenen Pflegeaufwand – und prüfen Sie bei jedem Angebot, ob Anfragen strukturiert bei Ihnen landen. Ob sich ein Empfang für Ihren Betrieb rechnet, hängt von Ihren Zahlen ab: Anfrageaufkommen, Auftragswert, Website-Besucher.
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